Formell. Non-formal. Anders.

Ein wenig in der Freizeit am Auto rumgeschraubt und schon ausgebildeter KFZ-Mechatroniker_in? So einfach ist es nicht. Doch es gibt Wege informelle Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Welche? Darüber diskutieren wir auf unserer Tagung

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Wendepunkt

Nächstes Jahr wird zum ersten Mal ein umfassendes, globales Abkommen über die Migration entwickelt – der Global Compact on Migration der UN.

Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, erläutert in seinem Kommentar im Forum Migration, warum das zu einem Wendepunkt für die Zukunft der Migration werden kann.

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Gnadenlos

In der EU wird das sogenannte Mobilitätspaket verhandelt. Die Stärkung des Sozialen  werde „gnadenlos der Liberalisierung des Binnenmarktes untergeordnet“, sagte DGB Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

Was dahinter steckt? Hier mehr

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Einstellungssache

Sei können den Weg eines Kindes massiv beeinflussen: Lehrerinnen und Lehrer. Eine neue Studie brachte nun Überraschendes zu ihren Einstellungen zu Migrantinnen und Migranten zu Tage.

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Moralisches Unrecht

Ausbeutung bis hin zu sklavenähnlichen Verhältnissen - und das mitten in Europa. Was passiert, wenn die Betroffenen sich wehren: 

Forum Migration

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Monate der Ungewissheit

Die Zahl der Asylanträge von türkischen Staatsangehörigen steigt. Eine von ihnen ist die Generalsekretärin der türkischen Lehrergewerkschaft Egitim Sen, Sakine Yilmaz, die noch im Dezember letzten Jahres einen Gastbeitrag im Forum Migration schrieb.

Sie wartete Monate auf einen Entscheid. Nun liegt er vor.
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Porträt Anerkennung - Alla Evlakhova, Bauingenieurin, Ukraine: 15 Jahre entmutigt

01.04.2017

Eigentlich war sie nicht alt. Doch mit ihren 37 Jahren sah das Arbeitsamt schwarz für Alla Evlakhova, Bauingenieurin aus Charkov in der Ostukraine. „Keine Chance mehr”, sagten die Sachbearbeiter. Mit 35 sei Schluss, spätestens, für jemand wie sie, ohne Referenzen in Deutschland, die die Sprache noch lerne. Sie solle sich eine Stelle „als Putzkraft“ suchen, erinnert sich Evlakhova an die Worte des Sachbearbeiters. 

1986 hatte sie die Universität von Charkov als Bauingenieurin verlassen, nach fünf Jahren Studium. Im Osten der Ukraine baute sie Tankstellen, Parkhäuser, am Ende gar eine Chemie- und eine Schuhfabrik. Zehn Jahre ging es so, bis Evlakhova, damals 31, nach Nürnberg kam – aus familiären Gründen. Es dauerte eine Weile, bis sie sich zurechtfand, ein wenig Deutsch gelernt hatte. „Damals war es nicht so wie heute, es gab einen Alphabetisierungskurs, und das wars”, sagt Evlakhova. Den Rest der Sprache musste sie sich mühsam auf anderen Wegen beibringen. 2002 versucht sie, wieder in ihren Beruf einzusteigen. Doch ihre Erfahrung, ihre Qualifikation – sie waren plötzlich wertlos. „Beim Arbeitsamt hat man mich vollkommen entmutigt”, sagt Evlakhova. So sehr, dass sie nicht einmal versuchte, ihr Diplom anerkennen zu lassen. Stattdessen ließ sie sich zur Bürokauffrau ausbilden, arbeitete als Dolmetscherin, auf Honorarbasis, in verschiedenen Integrationsprojekten.

Doch dann, Jahre später, im August 2015, meldete sich die Arbeitsagentur, wie das Arbeitsamt nun hieß. Der für Evlakhova zuständige Sachbearbeiter hatte gewechselt. Ihre Akte lag nun bei einer jungen Frau, sie war motiviert, offen. Sie glaubte an Evlakhova. „Eine Superstelle”, habe sie für sie gefunden, sagte die ihr. „Sie hat mich extra angerufen.” Eine Stelle als Bauingenieurin. Fast 20 Jahre nachdem sie in Deutschland angekommen war, traute ihr das Amt diese Tätigkeit plötzlich zu. Warum? „Ich habe keine Ahnung”, sagt Evlakhova. Aber jetzt schickte sie ihr übersetztes, beglaubigtes Zeugnis aus Charkov an die Bezirksregierung von Schwaben. 200 Euro kostete die Prüfung, das Amt zahlte. Sechs Wochen später kam der Bescheid: Ihr Zertifikat sei einem deutschen Abschluss „gleichwertig”, stand darin. Die „Superstelle” war dann allerdings schon weg.

Irgendwie war Evlakhova darüber nicht traurig. „Ich bin so lange aus dem Beruf raus, ich hätte jetzt viel zu viel lernen müssen. Vielleicht habe ich den Anschluss verloren.” Womöglich ist sie jetzt, mit deutlich über 50 Jahren, wirklich zu alt. 

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration April 2017" entnommen.