Formell. Non-formal. Anders.

Ein wenig in der Freizeit am Auto rumgeschraubt und schon ausgebildeter KFZ-Mechatroniker_in? So einfach ist es nicht. Doch es gibt Wege informelle Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Welche? Darüber diskutieren wir auf unserer Tagung

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Wendepunkt

Nächstes Jahr wird zum ersten Mal ein umfassendes, globales Abkommen über die Migration entwickelt – der Global Compact on Migration der UN.

Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, erläutert in seinem Kommentar im Forum Migration, warum das zu einem Wendepunkt für die Zukunft der Migration werden kann.

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Gnadenlos

In der EU wird das sogenannte Mobilitätspaket verhandelt. Die Stärkung des Sozialen  werde „gnadenlos der Liberalisierung des Binnenmarktes untergeordnet“, sagte DGB Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

Was dahinter steckt? Hier mehr

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Einstellungssache

Sei können den Weg eines Kindes massiv beeinflussen: Lehrerinnen und Lehrer. Eine neue Studie brachte nun Überraschendes zu ihren Einstellungen zu Migrantinnen und Migranten zu Tage.

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Anerkennungs-News: Forum Migration 07-2017

01.07.2017


Nach Anerkennung: 9 von 10 haben Arbeit

Die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen zahlt sich für die Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt deutlich aus. Nach einer erfolgreichen Anerkennung sind neun von zehn Fachkräften mit einem ausländischen Abschluss erwerbstätig. Das zeigt ein Evaluationsbericht des Bundesbildungsministeriums zu den Folgen des 2012 in Kraft getretenen Anerkennungsgesetzes. Die Beschäftigtenquote steigt demnach um mehr als 50 Prozent. Auch bei der Bezahlung macht es sich deutlich bemerkbar, wenn ein ausländischer Abschluss anerkannt wird. Das Bruttoeinkommen wächst laut dem Bericht um durchschnittlich tausend Euro im Monat. Dies entspricht demnach einem Anstieg von 40 Prozent.

Kommentar von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka

Industrie will durch Anerkennung mehr Beschäftigte gewinnen

Jedes zweite Unternehmen sorgt sich um die Fachkräftesicherung. Das ergab die jüngste Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Dessen stellvertretender Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sagte der Agentur DPA, die Betriebe seien deshalb mehr denn je auf qualifiziertes Personal aus dem Ausland angewiesen. „Die Anerkennungsgesetze des Bundes und der Länder spielen dabei eine wichtige Rolle.“ Auf ihrer Basis könnten die Unternehmen ausländische Berufsqualifikationen und etwaige Qualifikationsbedarfe verlässlich einschätzen. „Um den Fachkräftebedarf decken zu können, setzen Unternehmen schon heute auf qualifizierte Zuwanderung“, so Dercks. Berufliche Anerkennung könne dabei „eine wertvolle Rolle spielen“. Weitere Voraussetzung dafür sei aber, dass im Ausland Beratungs- und Unterstützungsstrukturen aufgebaut würden.

Bundesagentur: Neue Weisung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat ihre Weisung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen aktualisiert. Integrations- und Vermittlungsfachkräfte erhalten nun mehr Informationen über die Aufgabe der Beratung zur Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen. Die neue Weisung wird im Online-Angebot der Bundesagentur für Arbeit bereitgestellt, kann aber auch über das Portal „Anerkennung in Deutschland“ abgerufen werden. Für Beratungsfachkräfte in den Arbeitsagenturen und Jobcentern gibt es zusätzlich weitere Dokumente und eine Arbeitshilfe.

https://www.anerkennung-in-deutschland.de

Aus Angst vor Erdogan: Türkische Jurist_innen wollen nach Deutschland flüchten

Bei deutschen Anwält_innen und Richter_innen gehen zunehmend Anfragen türkischer Juristen ein, die aus politischen Gründen eine Flucht nach Deutschland erwägen. Der Deutsche Anwaltsverein und der Deutsche Richterbund hatten Mitte April nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei eine türkischsprachige Webseite eingerichtet – als Anlaufstelle für Kolleg_innen, die nach Deutschland flüchten wollen oder dies bereits getan haben und die Rat suchen, wie sie hierzulande arbeiten können. Bislang seien bereits mehr als 50 Anfragen türkischer Anwälte und Richter eingegangen, sagten Sprecher beider Verbände der Agentur DPA. Ein Sprecher des Deutschen Anwaltsvereins sagte, bei den Anfragen gehe es um Möglichkeiten, in Deutschland beruflich tätig zu werden, um Einreisefragen oder die Anerkennung türkischer Abschlüsse. Zum Teil werde auch explizit nach Schritten im Asylverfahren und Erfolgschancen eines Asylantrags gefragt.

http://bit.ly/2rbDmdZ und http://bit.ly/2qPMa8C

Fast 3.000 syrische Ärzt_innen

Von den insgesamt 63.400 Menschen, die zwischen 2012 und 2015 ihre Qualifikationen in Deutschland haben prüfen lassen, haben mehr als drei Viertel einen Gesundheitsberuf erlernt. Das berichtet die Ärzte-Zeitung. Die Mehrheit (56 Prozent) sind Frauen. Kaum jemand wird vollständig abgelehnt. Nur bei 2,6 Prozent der Antragsteller reicht die Berufsqualifikation für eine Anerkennung in Deutschland nicht aus. Die stärksten Zuwächse gab es 2016 mit 746 Ärzten aus Syrien, Rumänien (223) und Serbien (218). Die meisten ausländischen Ärzte stammen ausweislich der Statistik der Bundesärztekammer aus Rumänien (4285), aus Griechenland (3118) und Syrien (2895). Bei der Umsetzung gerade auch bei der Bearbeitung der Anträge von Ärzten, hakt es jedoch, berichtet die Ärzte-Zeitung weiter. Erst im März dieses Jahres mussten die Länder einräumen, dass die Personalknappheit in den Anerkennungsstellen Vollzugsprobleme verursache.

Neue Webseite

Die drei staatlichen Informationsportale zum Thema Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen, „Anerkennung in Deutschland“, „BQ-Portal“ und „anabin“ haben eine neue Übersichtsseite entwickelt. Auf dieser können nun Anerkennungsinteressierte, Unternehmen und andere direkt passende Informationen finden.

www.portale.anerkennung-in-deutschland.de

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Juli 2017" entnommen.