Formell. Non-formal. Anders.

Ein wenig in der Freizeit am Auto rumgeschraubt und schon ausgebildeter KFZ-Mechatroniker_in? So einfach ist es nicht. Doch es gibt Wege informelle Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Welche? Darüber diskutieren wir auf unserer Tagung

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Wendepunkt

Nächstes Jahr wird zum ersten Mal ein umfassendes, globales Abkommen über die Migration entwickelt – der Global Compact on Migration der UN.

Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, erläutert in seinem Kommentar im Forum Migration, warum das zu einem Wendepunkt für die Zukunft der Migration werden kann.

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Gnadenlos

In der EU wird das sogenannte Mobilitätspaket verhandelt. Die Stärkung des Sozialen  werde „gnadenlos der Liberalisierung des Binnenmarktes untergeordnet“, sagte DGB Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

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Einstellungssache

Sei können den Weg eines Kindes massiv beeinflussen: Lehrerinnen und Lehrer. Eine neue Studie brachte nun Überraschendes zu ihren Einstellungen zu Migrantinnen und Migranten zu Tage.

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Anerkennung der Qualifikation: Jeder dritte Flüchtling stellte Antrag

01.10.2017

Wer versucht, die Wertigkeit seiner Kenntnisse anerkennen zu lassen, hat damit häufig Erfolg. Das ergab eine Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) unter fast 5.000 Geflüchteten. Große Unterschiede macht die Sicherheit des Aufenthaltstitels aus.

Bislang hat rund ein Drittel der Geflüchteten mit im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen einen Antrag auf Anerkennung dieser Qualifikationen gestellt, so die Autor_innen der Studie. Große Unterschiede gebe es dabei je nach Aufenthaltsperspektive: Je sicherer die ist, desto häufiger werde ein Antrag gestellt. Menschen, die lediglich geduldet sind oder nur eine Aufenthaltsgestattung haben, würden „signifikant seltener” versuchen, ihre beruflichen Qualifikationen anerkennen zu lassen. Relevant scheine zudem zu sein, inwieweit im Herkunftsland eine strukturierte berufliche Ausbildung durchlaufen wurde und entsprechende Zertifikate vorliegen.

Im Schnitt lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Antragsteller_innen bei rund 1,5 Jahren. Der Anteil derjenigen, die eine Anerkennung beantragt haben, nehme mit der Aufenthaltsdauer zwar tendenziell zu, die „Zunahme verliert aber etwas an Dynamik”, so die Forscher – der Anteil steige also immer langsamer. Sie vermuten, dass Migrant_innen, die ihren Beruf ohne eine Anerkennung nicht ausüben können, wie etwa Ärzte, sich schnell um eine Anerkennung bemühen, während diejenigen ohne eine solche Einschränkung „erst dann aktiv werden, wenn Bewerbungen erfolglos bleiben,” so die Forscher.

Wer in einem Betrieb angelernt wurde, lässt sich Qualifikationen seltener anerkennen, als Zuwanderer_ innen, die eine berufsbildende Schule besucht haben. Hier glauben die Autor_innen, dass Absolventen berufsbildender Schulen eher über Zertifikate verfügen und für sie deshalb der Nachweis leichter ist als nach einer betrieblichen Ausbildung.

Positive Befunde gibt es zur Unterstützung: Etwa zwei Drittel aller, die bei der Anerkennung Hilfe brauchten, hätten sie auch bekommen. 16 % hätten Hilfe benötigt, haben aber keine erhalten. Zwischen den Geschlechtern, so stellte sich heraus, zeige sich bei den Anerkennungen nur sehr geringer Unterschied. Rund die Hälfte derjenigen, die bisher einen Antrag auf Anerkennung gestellt haben, hat bereits eine Rückmeldung zum Antrag erhalten, die in fast allen Fällen (rund 94 %) mindestens eine teilweise Anerkennung beinhaltete. Eine vollständige Anerkennung haben 73 %, eine teilweise Anerkennung 24 % erhalten.

Die Studie stützt sich auf eine repräsentative Längsschnittbefragung von 4.816 erwachsenen Geflüchteten. Neben dem Bildungsstand zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland waren unter anderem auch Bildungsaspirationen, Sprachkenntnisse sowie die Teilnahme an Integrationskursen Thema der Untersuchung.

Herbert Brücker, Nina Rother und Jürgen Schupp: „IABBAMF- SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016: Studiendesign, Feldergebnisse sowie Analysen zu schulischer wie beruflicher Qualifikation, Sprachkenntnissen sowie kognitiven Potenzialen.” Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung 2017:

http://dpaq.de/BZ8hW

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Oktober 2017" entnommen.