Einstieg in den Arbeitsmarkt

Arthur Skorniakov ist Betriebsrat bei booking.com. Die Belegschaft ist enorm vielfältig. Er erzählt, welche Herausforderungen das birgt.  

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Immer mehr Blue Cards

Sie ist das Ticket für den europäischen Arbeitsmarkt: Die Blue Card EU. Knapp sechs Jahre nach der Einführung hat das BAMF erstmals eine Bilanz dieser Aufenthaltserlaubnis vorgelegt. 

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Pflege - ohne Sicherheit für die Beschäftigten?

Die Bundesregierung möchte ausländische Fachkräfte für die Pflege anwerben. Doch die Vorstellungen über die Bedingungen gehen weit auseinander. 

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Rechtsstaatlich in Zweifel zu ziehen

Auf dem DGB Bundeskongress positionierte sich die Gewerkschaft der Polizei eindeutig gegen die geplanten "Anker"-Zentren .  

Auszüge aus der Rede von Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der GdP 


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Nur empfindlich?

Über Alltagsrassismus reden und ihn sichtbar machen, das fordert  Giorgina Kazungu-Haß, MdL (SPD).

Zu ihrem Kommentar im Forum Migration 

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Solidarität

Solidarität - das ist mehr als nur ein Wort. Dominik Bartsch, Direktor UNHCR Deutschland sieht darin den Schlüssel zur Integration.  

Zu seinem Kommentar im Forum Migation   

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Türkei: Gewerkschafter aus Remscheid verhaftet

Der Gewerkschafter und Migrationsberater Adil Demirci aus Remscheid wurde in der Türkei verhaftet. 

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Porträt Anerkennung: Sechs Monate, null Cent Rodrigue Peguy Takou Ndie aus Berlin - „Anerkannt wurde mir nichts“

01.08.2018

Wie es einem Kameruner ergeht, der nach Deutschland kommt, was ihn aus seiner Heimat fort treibt und was ihn trotz allem in Deutschland hält – das hat Rodrigue Peguy Takou Ndie, 37, aus Bafoussam in Kamerun, aufgeschrieben.

Im Juli erschien sein dritter Roman, „Die Suchenden”, im Unrast-Verlag, ein überaus präzises Panorama des Umgangs mit afrikanischen Asylsuchenden in Deutschland. Doch Ndie, der 2013 nach Deutschland kam, ist nicht nur Autor und Aktivist.

In seiner Heimat Kamerun studierte er Wirtschaftswissenschaften an der staatlichen Universität von Douala. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Buchhalter. Auch in Kamerun ist das ein Lehrberuf. Mit seiner akademischen Qualifikation war Ndie dafür überqualifiziert. Und das ist Teil des Problems, sagt Ndie.

Er beschreibt sich als einer von zehntausenden Afrikaner_ innen, die nach Deutschland kamen, weil die Kleptokratien ihrer Länder ihnen dort das Leben unmöglich machten. „Es ist ein Gefühl der Monotonie. Alles ist immer gleich, politisch, die soziale Situation ist sehr statisch”, sagt er. „Ich habe, wie viele junge Menschen, lange erfolglos nach Arbeit gesucht. Alle leiden unter einer Regierung, die uns nicht nur keine Möglichkeiten gab, sondern uns auch noch jede Möglichkeit nimmt, die Dinge selbst zu gestalten. Das ist frustrierend. Anfangs sagt man sich noch: Naja, es gibt doch Redefreiheit, wir sagen ja, was wir wollen. Aber dieser Traum hört auf, sobald man Drohungen bekommt.”

So ging er fort, flog nach Deutschland. Als er ankam, merkte er schnell, dass das Leben hier nicht unbedingt leichter war. „Ich war fünf Tage in dem geschlossenen Internierungszentrum auf dem Frankfurter Flughafen”, sagt Ndie. „Die Verhöre waren lang und kompliziert, ich musste das Gleiche immer wieder verschiedenen Menschen berichten. Und ich hatte Angst zurückzumüssen.”

Doch schließlich bekam Ndie ein Aufenthaltsrecht, besuchte Sprachkurse. Ein erneutes Studium kam nicht infrage. Ndie wollte Geld verdienen. Und so bewarb er sich nach dem Bestehen des B2-Sprachtests für eine Ausbildung als Steuerfachangestellter – ein Beruf, der seiner früheren Tätigkeit ähnlich ist, aber durch das deutsche Steuerrecht doch ganz eigene Kenntnisse erfordert. „Aber anerkannt wurde mir nichts”, sagt Ndie, weder das Wirtschaftsstudium noch die Berufserfahrung als Buchhalter. Er musste die Ausbildung in einem kleinen Steuerberaterbüro im Berliner Stadtteil Lichtenberg von Beginn an absolvieren, wie ein Schulabgänger. Abgeschreckt hat ihn das nicht. Und „trotzdem hat mir meine Berufserfahrung natürlich geholfen”, sagt er. Im nächsten Jahr will er seine Abschlussprüfung ablegen. Aber erst einmal geht es mit den „Suchenden” auf Lesereise durch Deutschland.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration August 2018" entnommen.