Wo sollen die 8.000 neuen Pflegekräfte herkommen?

01.03.2018

8.000 neue Stellen will die Große Koalition in der Pflege schaffen. Können diese auch durch verstärkte Anwerbung und schnellere Anerkennung ausländischer Fachkräfte besetzt werden?

Im Koalitionsvertrag heißt es nun: „Außerdem wollen wir die qualifikationsadäquate Beschäftigung von Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen weiter fördern. Die Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote zum Anerkennungsgesetz wollen wir weiterentwickeln und den Anerkennungszuschuss ausbauen.”

Gernot Kiefer, Vorstand des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung, sagt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, er sehe zwar ein „großes Potenzial, Menschen mit Migrationshintergrund einzubinden“. Gleichzeitig schränkte er ein: „Wer glaubt, man könne die Herausforderungen des Pflegebedarfs in Deutschland im Wesentlichen durch den Import von Arbeitskräften lösen, den halte ich für ziemlich naiv.“ Auch Franz Wagner, Präsident des deutschen Pflegerates, glaubt nur an eine geringe Entlastung durch Ausländer_innen, berichtet die Deutsche Welle. Im Wahlkampf hatte der SPD-Kandidat Martin Schulz sich für eine unbürokratische Anwerbung starkgemacht. Ohne Pflegekräfte aus Osteuropa wäre das System der Altenpflege schon lange zusammengebrochen, so Schulz damals. Parteien, die ständig gegen Ausländer hetzten, sollten sich auch die Abhängigkeit von ausländischen Pflegekräften vor Augen halten, sagte er.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration März 2018" entnommen.