Mehr deutsche Kinder durch Zuwanderung: Entlastungen in der Hausarbeit

01.03.2018

Zugewanderte Frauen entlasten deutsche Familien zunehmend bei der Hausarbeit. Nach einer neuen Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vergrößert sich mit der Migration das Angebot zur Kinderbetreuung, häuslichen Altenpflege sowie zur Hausarbeit wie Waschen, Putzen und Kochen. In der Folge seien einheimische Frauen in größerem Umfang erwerbstätig.

Die Forscher_innen haben auf der Grundlage von Daten des Sozio-oekonomischen Panels errechnet, welche Hebelwirkung die Zuwanderung von Frauen auf die Ökonomie von Haushalts-Arbeit hat. Die Ergebnisse sind verblüffend. Steigt der Anteil der Migrantinnen an der Bevölkerung in einer Region um zehn Prozent – zum Beispiel von drei Prozent auf 3,3 % –, führt dies laut Studie zu einer Erhöhung des Angebots von Haushaltsdienstleistungen um 18 %. „Eine bessere Verfügbarkeit von Haushaltsdienstleistungen kann einheimische Frauen entlasten und damit einen möglichen Konflikt bei der Entscheidung zwischen Familie und Beruf entschärfen“, heißt es. Zugleich nehme die Wahrscheinlichkeit zu, dass deutsche Frauen länger als 30 Stunden erwerbstätig seien, heißt es weiter. Bei den einheimischen Frauen mit mittlerer Qualifikation sei dieser Effekt am stärksten. Zudem steige bei diesen Frauen bei einem höheren Anteil der Migrantinnen an der Bevölkerung auch die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen. „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass einheimische Frauen, insbesondere diejenigen mit mittlerem Qualifikationsniveau, mithilfe der Zuwanderung sowohl Erwerbstätigkeit und Hausarbeit als auch Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung leichter vereinbaren können“, so das Fazit der Studie.

IAB Kurzbericht 3/2018, http://bit.ly/2Hz9gWH

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration März 2018" entnommen.